Ein hybrides Dokumentarfilmprojekt

Der  Dokumentarfilm mit Performance-Elementen LIEBE LEBEN HÜNDIN HOCHZEIT (AT) beschäftigt sich mit der Inszenierung von Wirklichkeit und der Eventisierung von Lebensabschnitten.

Die Künstler_innen Julia Polzer und Hanna Mikosch (XhansXfranz) besuchen Verkaufsmessen zu den Themen Hochzeit, Baby, Haustier, Erotik und Lebensalter. Dabei werden sie selbst zu Konsument_innen von Produkten und Leistungen, die dort angeboten werden.

Im Fokus dabei steht die kapitalistische Inszenierung in Bezug auf Emotionalisierung, Optimierung und Vermarktung – die Idealisierung von Familie als Event auf der Suche nach Sicherheit über Angebote, Produkte und Bilder, die Lebenswirklichkeit konstruieren.  Doch von welcher Lebensrealität sprechen wir - nach über einem Jahr des Rückzugs durch die Corona-Pandemie?

In unterschiedlichen Gesprächssituationen mit Besucher_innen, Verkäufer_innen, aber auch Personen außerhalb der Messen werden unterschiedliche emotionale Aspekte des Lebens, von Familie reflektiert, sowie alternative Lösungen und Beziehungsformen verhandelt.   

Ein reflexives , performatives Element des Films beschäftigt sich mit der Konstruktion von Bildern.

In der Natur inszenieren sich die zwei Künstler_innen gemeinsam mit Elementen, Gesten, Symbolen und Objekten, die auf den Messen zu finden sind. Das bewusste Arrangement wird mit Überinszenierung (z.B. durch ständige Wiederholungen) kombiniert, wodurch verfestigte Bilder im kollektiven visuellen Gedächtnis aufgegriffen und Sehgewohnheiten gebrochen werden - beispielsweise die Zusammenstellung einer Familie als klassisches Familienportrait, das nur aus Frauen* besteht.

Foto (c) Hochzeitsfotograf Michael Kobler