FILM                                                                                   

I AM

FRANZ

Julia Polzer finished her Master of Arts in German Philology at the University of Vienna. She is engaged in individual artistic projects, such as her recent participation at the Porn Film Festival in Vienna and Berlin were she screened the conceptually experimental short film GLADOM.

Further, she participated in various workshops, single-

and groupexhibitions in different cities around the world.

 

She also takes pictures and writes texts and filmcritiques

and besides, she is  participating in curating filmfestivals.

Short Documentary

"At Kirtag everybody is just wearing a Dirndl"

with Yusuf Ahmed Mohamed

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It's August 2019 and Yusuf is visiting Vienna for the first time. He meets Julia from Austria at a film shoot and asks for her help. Something has caught his eye: Who are all these people in "special dresses" and where are they going? He wants to get to the bottom of this and document it for his video channel.
 

Yusuf and Julia are taken on a fun journey to the annual Neustifter Kirtag to find out what it is all about - the Dirndl.

* **First place**  **

at Klappeauf

very short film competition

with Valentina Duelli

JUBELN 2019

1/3

Short movie

MOMENTATUEN

exhibitet at the exhibition

"back to history" (Foto K) 2015

A short documentary

about tourists interacting

withstatues in public spaces.

With participating statues and

tourists from and in Italia,

Serbia, Hungary,

Montenegro, Kroatia.

SHORT MOVIE

with LAURA WICHMANN

and PHILIPP MORITZ

FOREST SOMETIMES
FOREST AND MOUNTAINS

 

vienna 2017

A short film about dreams

1/3
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experimental
short film

 

screened @

porn film

festival

berlin &

vienna

2018 & 2019

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                                                       GLADOM                                                         

  TEXT                                                                                                                                                                              

HAUS

das haus in dem ich gelebt habe brennt. dort irgendwo, ein zimmer voller aufgebrauchter luft und angesammelter momente. die waren und ich denke, auf repeat, vom auto aus, dem, in dem ich sitze und schaue zu, den flammen, wie sie sich in rauch auflösen, oben, an den spitzen. dünner werden und verschwinden

den menschen, die aufgeregt versuchen, zu retten, was wichtig ist, oder war. so wie sie denken
außerdem denen, die versuchen zu löschenmein blick starr und nichts dort, wo schon mal gefühl gesessen, früher, als mir dinge noch wichtig waren.


genommen wurden, von selbst in eigendynamik, ohne zu fragen, ob hier denn platz ist und haben darf. denn ich wollte weitergehen, und bin stehengeblieben
unausgelebte ideen. mobilisierte momente, promise

 (für mich)

also beobachte ich, wie die flammen größer werden, stärker, die luft dicker
wie sie schweben in händen, die objekte der rettenden 

wohin gestellt im neuen draußen.

ich fokussiere mein zimmerfenster und warte. dass auch es sich auflöst, der rahmen verrußt.


bis ich die augen schließe und die dunkelheit umarme.

SCHREIB
TISCHSTUHL

ich kann nicht genau sagen, was ich an ihr mag. vielleicht, dass ich sie manchmal nicht gut lesen kann. oder, dass ihre brüste sich mitbewegen, wenn sie laut lacht. sie sitzt am schreibtisch, ich am bett, wo ich von hinten beobachte, wie ihre grob gelockten haare auf dem runden rücken liegen.

 

als ob sie meinen blick gespürt hat, dreht sie sich um, fixiert meine augen und sagt: "ich glaub ich weiß, was es ist" bevor sie weiterspricht, hält kurz sie inne, holt tief luft und stößt sich mit der linken hand vom schreibtisch ab, was den anstoß dazu gibt, sich mit ihrem türkis-schwarz gemusterten bürodrehstuhl im kreis zu drehen. sie erzählt.

 

ich sehe sie an, aber höre von ihrem gespräch nur die silben, die sich mit meiner blickrichtung treffen. ihr verbaler gedankenfluss stoppt mit der drehbewegung. wieder stillstehend, atmet sie noch ein paar mal, schaut zuerst die wand dann mich an und sagt: "oder findest du das blöd?" weil ich nicht weiß, was ich antworten soll, sage ich nichts.

 

ich denke, ich mag sie ihrer langen haare wegen. in der früh riechen sie manchmal nach buttercrossaint

Begleittext zur Ausstellung

"die Orte der Anderen"

MAROKKO

in marokko kann man für fünf euro pro nacht im sommer unter freiem himmel auf dem dach schlafen. aus dem schlaf gerissen finde ich mich dort neben einem mädchen stehen.

wir versuchen, den schrei zu lokalisieren, der uns vor sekunden wie eine sirene angebohrt hat. er hängt aus dem himmel wie ein massiver mast. bestimmt von seiner unmittelbaren eindeutigkeit drängt er sich uns auf, ignoriert die dazwischen liegenden kilometer.

es ist nacht und ich habe meine brille nicht mit. 

„this is really creepy“, the girl next to me says und der englische akzent ihrer stimme fühlt sich an wie watte, in die ich mich plötzlich legen möchte.

ich gehe einkaufen - 

eine alte dame steht mit vollem einkaufswagen an der kassa und lässt leute vor.  die sachen in ihrem einkaufswagen wird sie nie kaufen.
auf meine frage, warum sie das macht, gibt sie eine längliche antwort. sie lebt von dankbarkeit und lächeln anderer. 

 

als ich an ihr vorbei spaziere, bemerke ich, dass sie nach frischer luft riecht.

ich kaufe nichts, weil mir nicht einfällt, was fehlt.

ich fahre bus -

als ich in den bus einsteige, denke ich an alles, was ich nicht gekauft habe.

vor mir sitzt ein mann, der von hinten aussieht wie ein sehr altes kind.

ich beginne zu gähnen, werde aber erschreckt, weshalb ich abbreche.

der mann räuspert sich, sagt danach aber nichts.

beim aussteigen schaue ich ihn von vorne an. seine augenbrauen sind überdurschnittlich buschig und fangen den schweiß auf,
der aus seinen geheimratsecken rinnt.

es ist sommer

- draußen:

es schneit

 ich steige aus der straßenbahn und betrachte den schnee unter meinen fingernägeln.

 der schwerpunktes des schneefalls lässt mich lauter als sonst an sie denken.

 ich denke, ich will ein geist in ihrem kopf sein.

-- ich reagierte kaum, als sie mir gestern mitteilte, dass meine bewegungen sie träge machen.

als ich später endlich meinen schlüssel fand, war er so wunderschön, dass ich ihn in den gefrierschrank legte und kalt in meine unterhose steckte.

-- ich denke an den sommer besserer zeiten. als der spanische wein uns trocknen ließ.

- ich sitze auf der parkbank.

im vorbeigehen wird ein kind gefragt, was es werden will. die antwort: alkoholikerin.

ich sehe ein auto vorfahren. ein mann steigt aus und winkt einer frau zu sich zu kommen. die frau hat viel gepäck zu tragen und ich helfe nicht.

als ich von der parkbank aufstehe, umarme ich meine melancholie mit einem zungenkuss auf die wange.

- es ist spät aber ich bin zu hause:

ich komme zuhause an und hänge zwei bilder nebeneinander. das eine bin ich und das andere hilft mir, von mir loszukommen. beide bilder sind von ihr.

ich sitze lange vor ihnen, aber erkenne meine wahrnehmung nicht.  also versuche ich, das staubkorn auf der pflanze einzuatmen.

dann werde ich müde. ich lasse meinen kindlichen gedanken zu und die musik trägt mich fort.

erst am abend finde ich meinen finger am flaschenboden.

endlich kann ich ihr alles sagen. per whatsapp.

aber mein traum war so langweilig, dass ich eingeschlafen bin.

READING AT einbaumöbel

LAuter Bitte

curated by Lisa jakob

& Tizian Rupp

 

vienna 2019 

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AUTOCORRECT ZINE (SOYBOT) 2019 

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                                 PHOTOGRAPHY                             

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photography exhibition

klagenfurt am wörthersee 2016

                    EXHIBITION & PERFORMANCE                       

   group exhibition "HOME SHOP" 2018  (Video & TExt)    curated by daniel aschwanden                                    https://esel.at/termin/95385

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design: peter oroszlany

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STEREOSKOP IV

curated by Peter Kozek
Vienna 18

fotocredit: mani froh

                                          Performance SUPERLIKE                                                   

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